Miriam-Gottesdienst
am 27.09.2009 in der Stiftskirche St. Goar
Der Miriamgottesdienst –
von Frauen für Frauen und alle Menschen gestaltet – greift
einmal im Jahr ganz spezifische Frauenthemen anhand biblischer
Hintergründe auf. Auch in diesem Jahr feierten wir am 27.
September 2009 in unserer Gemeinde wieder diesen Gottesdienst, der
wie immer von Frauen eigenständig vorbereitet und durchgeführt
wurde.
Unter dem Motto „Innere Kraft bewegt“ wurden
die Lebenssituationen von Hanna und Rizpa – zwei Frauen aus dem
Alten Testament (1. Samuel 1.1-28 und 2. Samuel 21.1-14) –
nachvollzogen. Da ist einerseits Hanna, die kinderlose leidende, von
ihrer Umgebung verspottete Ehefrau, die ihr Gottvertrauen trotz allem
behält und ein spätes Mutterglück erfährt, deren
Sohn Samuel dann ein bedeutender Priester wird, der Israels Könige
salbt. Andererseits ist da Rizpa, vom Leid geprüfte Mutter und
Großmutter, deren sieben Söhne und Enkel als Sündenbock
der vom König geduldeten Blutrache zum Opfer fallen. Rizpa, hält
monatelang Mahnwache bei den Toten, bis der König einsichtig
wird und erkennt, dass Gott Menschenopfer verabscheut.


Wie jedes Jahr verknüpften
die Frauen vorgegebene Anregungen mit vielen eigenen Ideen.
So
wurden die Zuhörerinnen eingangs aufgefordert, sich die
unterschiedlichsten aktuellen Lebenssituationen vorzustellen, die für
uns heute hinter den Geschichten stehen. Das reichte vom unerfüllten
Kinderwunsch über Erziehungsprobleme, Krankheit, Gewalt,
Kindesverlust und Tod bis hin zum einsamen Alter und der Pflege
eigener Elternteile.


In einem Anspiel erzählten
uns Rizpa und Hanna anschaulich mit eigenen Worten ihre Geschichten
in einem fiktiven Zwiegespräch, wodurch sie zu tatsächlichen
Personen mit echten, nachvollziehbaren Problemen wurden.
Die
Predigt verknüpfte beide Geschichten und zeigte auf, dass Gott
das Leid der Frauen sieht. Er, der selbst als einzig nötiges
Opferlamm in Jesus am Kreuz den schmerzhaften Sühnetod für
uns erlitt, versteht deshalb unsere Not. Nicht immer erfahren wir in
dieser Welt die Erfüllung unserer Sehnsucht, aber Jesu Kraft und
unser inneres Wollen werden uns andere und gehbare Wege ebnen, auf
denen wir trotzdem gehen können mit Ihm als Begleiter.


So wurden die
Gottesdienstbesucherinnen dann eingeladen, ihre Sorgen zu Papier zu
bringen und auf eine Sorgenwand zu heften. Ein Gang durch die Kirche
mit meditativem Gesang folgte.
Der Gottesdienst wurde durch
Gebete, Lieder und Orgelspiel abgerundet. Am Ende erhielten alle
BesucherInnen einen Papierfuß mit Segenswort als Mutmach-Symbol
für die Wege, die wir gehen.


Anschließend waren alle zum gemeinsamen Kaffee und Gespräch eingeladen. Ein gut besuchter, positiver, in sich geschlossener Gottesdienst, dessen Tradition hoffentlich im nächsten Jahr weitergeführt wird. Schon jetzt gilt: Termin vormerken, Gottesdienst besuchen – und mitmachen bei Vorbereitung und Durchführung. Dazu sei bereits an dieser Stelle herzlich eingeladen! - (Miriamgottesdienstkreis)
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