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Das Evangelische Rheinland
- ein rheinisches Gemeinde- und Pfarrerbuch - im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland herausgegeben von D. Lic. Albert Rosenkranz - 1956 - I. Band : Die Gemeinden, S. 335f
Biebernheim
Der Ortschaft liegt vielleicht bereits eine römische Siedlung zu Grunde. In einer Schenkungsurkunde vom 30. I. 820 kommt der Name zum erstenmal vor. Schon 1496 ernannte der Landgraf von Hessen einen Priester für Biebernheim. Als eine mit Stift und Pfarrei St. Goar eng verbundene Gemeinde empfing Biebernheim die Reformation 1527. Die aus dem Mittelalter stammende Kirche, deren Reste noch in der jetzigen erkennbar sind, war 1675—77 neu instand gesetzt worden, als bei Belagerung der Burg Rheinfels 1692 die Franzosen sie stark beschädigten, so daß sie 1706 abermals erneuert werden mußte. 1835 dürfte die erste Orgel in die Kirche gekommen sein. 1893 und abermals 1925 wurde die Kirche gründlich umgearbeitet (Kirchweihe am 20. VIII. 1893). Die 'kleine Gemeinde besaß kein eigenes Pfarrhaus. Der sie als Pfarrer bediente, war Rektor oder Praeceptor der Lateinschule zu. St. Goar. Sein Gehalt bezog er zum größten Teil aus dem Stiftsvermögen, hatte auch seine Dienstwohnung in einem stiftischen Gebäude zu St. Goar. Auch als Biebernheim 1806 selbständige Gemeinde wurde, mit Urbar und Niederburg als Filialen, und als 'es 1811 eine eigene Schule bekam, änderte sich ihr Verhältnis zu St. Goar grundsätzlich nicht. Das führte seit 1837 zu einem Rechtsstreit zwischen dem Stift, das alle 'seine Verpflichtungen seit 1806 erloschen glaubte, und der Gemeinde, die auf ihre altgewohnten Ansprüche an das Stift nicht verzichten wollte. Diese Streitfrage wurde durch den Vergleich vom 2. XII. 1874 beigelegt. Danach stellte das Stift in einem seiner Häuser weiterhin die Dienstwohnung für den Biebernheimer Pfarrer, und dieser beteiligte sich an den Gottesdiensten und am Schulunterricht in St. Goar. Auch zu einer genau bestimmten Geldbeihilfe an die Gemeinde Biebernheim wurde damals das Stift verpflichtet. 1889 trat dieser Vergleich in Kraft. Noch heute hat deshalb die Gemeinde Biebernheim zwar ihr eigenes Presbyterium, 'aber kein eigenes Pfarrhaus: ihr Pfarrer wohnt in St. Goar. Mit der untergeordneten Stellung, die in alter Zeit der Biebernheimer Pfarrer gegenüber Stift und Gemeinde von St. Goar einnahm, hängt wohl zusammen, daß vor 1800 die Pfarrer oft nur sehr kurze Zeit hier amtiert haben.
Jahrbuch der rhein. Denkmalpflege, VII 1931 S. 49.
Verzeichnis der Biebernheimer Pfarrer
1556 - J Gryphius -1559
1559 - Iv Pistorius - 1561
1561 - ? - N.N. - ? - JJJJ - ?
JJJJ - Ph Collerus - 1618
1618 - Ts Krug
1619 - ? - N.N. - ?
1627 - As Schön - 1628 (?)
1628 - J Giesse - 1629
1629 - H Raab - 1637
1637 - JH Heiler - 1650
1650 - JN Schoepf
1663 - J Trübenbach - 1674
1674 - JH Pfeifer - 1677
1677 - PhRrd Roth - 1678
1678 - JCn Seibert - 1684
1684 - H Stölting - 1685
1685 - J Koch IV - 1686
1686 - JMr Frowein - 1689
1689 - JAs Kroeck - 1697
1697 - SbP Frowein - 1703
1703 - JJs Anthoni - 1709
1709 - J Ebenau - 1710
1710 - JJs Reis - 1713
1713 - JGg Junior - 1714
1714 - GuCf Lauber - 1721
1721 - Jer Birkenhauer - 1721
1721 - JF Ebenau - 1725
1725 - JP Trübenbach - 1732
1732 - JKd Kroeck - 1734
1734 - JN Hartz - 1738
1738 - JB Seidel - 1744
1744 - PhAbs Wappner - 1746
1746 - JDKp Wagner - 1749
1749 - JEhd Holzhau&en - 1750
1750 - H Hassenkampf - 1755
1755 - WHf Ebenau - 1769
1769 - JCn Otto - 1815
1815 - JWEb Otto - 1837
1837 - F Weinmann - 1839
1839 - Jb Doll - 1847
1847 - KH No'el - 1859
1859 - FEmJu Rehorn - 1869
1869 - VAKANT
1875 - KEmL Nitsch - 1889
1889 - OR Everling - 1894
1894 - P Martin II - 1900
1900 - HnL Krüger-Velthusen - 1938
1938 - VAKANT
1949 - Wr Dielhenn - 1971 *
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1971 - VAKANT
1973 - L Kiss - 1979
1979 - VAKANT
1981 - Frau S Kocks - 1982
1982 - VAKANT
1983 - H-D Brenner
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* - ergänzt : Pfr. H-D Brenner-20051025