Die Dorfkirche in Holzfeld
Ein über 500 Jahre altes Baudenkmal
Ein Beitrag des Verkehrs- und Verschönerungsverein Holzfeld, 1988
Man muss schon genauer hinsehen, um zu erkennen, daß Holzfeld eine Kirche besitzt. Das für Kirchen sonst übliche Merkmal, ein weithin sichtbarer Turm, fehlt hier nämlich. Vielleicht ist gerade dies der Grund, daß die Holzfelder Kirche so lange erhalten blieb.
1475 ist die Holzfelder Dorfkirche erstmals in einen Visitationsbericht als Filiale von Werlau erwähnt. Man hätte also bereits vor 13 Jahren ihr 500jähriges Bestehen feiern können.

Ursprünglich
gehörten die Holzfelder dem katholischen Glauben an. Als 1528 in
der Niedergrafschaft Katzenelnbogen, wozu auch das alte Kirchspiel
Werlau mit seiner Filialkirche in Holzfeld gehörte, die
Reformation eingeführt wurde, wurde die Holzfelder Kirche
evangelisch. Im Jahre 1769 wurde an den aus den Mittelalter
stammenden quadratischen Westturm ein einschiffiger Saalbau mit
dreiseitig gebrochenem Vorabschluss angegliedert. Seither besitzt die
Kirche ihren heutigen Grundriss und auch ihre äußere
Erscheinung. 1824 erhielt die Kirche eine neue Glocke und im Jahre
1856 wurde eine Orgel eingebaut. 1912 erfolgte eine durchgreifende
Renovierung. Anno 1946 wurde das gesamte Innere der Kirche
modernisiert.

Außerdem
war die Schieferabdeckung des oberen Turmgeschosses so schadhaft
geworden, daß sie erneuert werden musste.
Die Holzfelder Kirche beherbergt heute ein Geschichtszeugnis, das wahrscheinlich noch aus vorgotischer Zeit stammt. Es handelt sich um ein sechseckiges, aus Basaltlava roh behauenes Taufbecken, das die Holzfelder 1956 beim Abriss einer alten Wehrmauer auf dem ehemaligen Friedhof fanden. Dort hatte es wohl Jahrhunderte unerkannt geschlummert. Welchen wertvollen Fund die Holzfelder da gamacht hatten, wurde ihnen bewußt, als sie den Taufstein gründlich gereinigt hatten und die eingemeißelten Weihekreuze, darunter auch eines in griechischer Form, feststellten.

Mit
der alten Kirche besitzt Holzfeld ein bemerkenswertes Baudenkmal, das
es der Zukunft zu erhalten gilt, denn zum Bedauern vieler Holzfelder
Bürger ist man in der Vergangenheit nicht gerade zimperlich
gewesen, wenn es darum ging, jahrhundertealte Gebäude
abzureißen, um für Neubauten Platz zu schaffen.
Verschönerungsverein Buchholz/Hunsrück e.V. (Hg), Heimatblatt - Ausgabe Nr.9, Dezember 1988
Hartmut von Ameln